Die Kirche in Hohensolms

Zu einer mittelalterlichen Burg gehörte selbstverständlich eine Burgkapelle. 1448 ließ Graf Johann eine richtige Kirche bauen. Sie liegt innerhalb der Befestigung und hat eine verstärkte Außenmauer, höher gelegene Fenster und konnte nur von der Burgseite her betreten werden. So konnte sie bei Bedarf in die Verteidigung einbezogen werden. Geweiht wurde sie dem heiligen Christophorus.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde an der Kirche immer wieder etwas verändert und umgebaut.

Zunächst als Burgkapelle erbaut wurde die neue Kirche 1454 in den Rang einer Pfarrkirche für das ganze Dorf Hohensolms erhoben und von der bisherigen Mutterkirche in Altenstädten getrennt. Das Patronatsrecht fiel an die Hohensolmser Grafen. Hiermit waren Rechte aber auch Pflichten verbunden: Zu den Pflichten gehörten die Übernahme von Baulasten und finanziellen Verpflichtungen für den Unterhalt. Zu den Rechten zählten zunächst die alleinige später nur noch der Einfluss auf die Personalentscheidung bei der Pfarrstellenbesetzung. Auch Ehrenrechte, wie ein besonderer Sitzplatz in der Kirche („Fürstenloge“) gehörten hierzu.

Um 1540 wurde Hohensolms lutherisch, ab 1623 calvinistisch, um 1817 mit den preußischen und nassauischen Vereinigungsbestrebungen uniert. Heute gehört die Evangelische Kirchengemeinde Hohensolms zum Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill einer Enklave der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Christophorus-Wandgemälde in der Hohensolmser Kirche (© Stefan Buch)

Wissenswert

Das monumentale Wandgemälde des Christophorus (griechisch: „Christusträger“) stammt aus der Entstehungszeit der 1448 von Graf Johann IV. von Solms erbauten Burgkapelle, die später vom Erzbischof von Trier zur Pfarrkirche für das Dorf Hohensolms bestimmt wurde. Im Zuge des Bildersturms während der Reformation übermalt und blieb hundertelang verborgen. Erst im Zuge einer großen Renovierung von 1912 - 1918 wurde das Gemälde wieder freigelegt. Restauriert und mit zeitgenössischen Ergänzungen versehen wurde es von dem Kölner Kirchenmaler und Restaurator Anton Bardenhewer.