Das Hofgut

Als die Burg Hohensolms erbaut wurde, musste auch das Essen für ihre Bewohner beschafft werden. Die Bevölkerung in der Grafschaft war zu Naturalabgaben verpflichtet, aber wir können annehmen, dass schon früh eine eigene Ökonomie, die der Burg angegliedert war, gegründet wurde.

Die vorhandenen Gebäude des Hofguts stammen allerdings aus neuerer Zeit. Die beiden Jahreszahlen am Torweg - 1580 und 1907 - markieren die Zeitspanne, aus der Scheunen, Ställe und Wohnungen stammen. In der fürstlichen Familie ist überliefert, dass der Kuhstall mit dem darüber befindlichen Scheunenboden ("Regenbogenhalle") in der ursprünglichen Schlosskapelle eingerichtet worden sei. Dies würde darauf hinweisen, dass dies Gebäude, das 1993 einen neuen Dachstuhl erhielt, ganz alten Baubestand enthält. Insgesamt aber stammen die ältesten Häuser des Hofguts aus der Zeit nach dem 30jährigen Krieg.

Sie sind in die vorgegebenen Mauerringe der Befestigung, des so genannten "Zwingers", eingepasst und haben deshalb durchweg eine lange und schmale Form. Aus der Lage am Berg ergeben sich zwei Ebenen der Hofanlage. An der Torwegwohnung führt eine Treppe von den höher gelegenen Gebäuden (Schafstall, Marstall, Torhaus) zum unteren, lang gestreckten Hof, an dem sich Kuh- und Schweinestall sowie die Wohnung des Verwalters befanden.

In besonderer Weise ragte unter den Gebäuden der Marstall, der unmittelbar unter der Burghofmauer errichtet wurde, hervor. Der sehr große Pferdestall (heute: Küche und Speisesaal) erinnert in seinen Ausmaßen an die Zeit der gräflichen Residenz. Damals gehörten Reit- und Kutschpferde zur Hofhaltung des Schlosses. In der neueren Zeit wurde nur noch der nordwestliche Teil des Stalles (die jetzige Küche) für die Zug- und Zuchtpferde des Hofguts benutzt. Der größere Teil des Stalles diente als Abstellraum.

Im Bereich um Hohensolms gehören heute etwa 700 Hektar Wald zum fürstlichen Besitz. Früher war er in zwei Revierförstereien, (Erda und Hohensolms) eingeteilt. Die Hohensolmser Försterwohnung befand sich im Marstallgebäude. Nach dem Verkauf im Jahr 1968/69 bestand nur noch die Revierförsterei in Erda. Inzwischen hat die staatliche Forstverwaltung auch die Bewirtschaftung der fürstlichen Waldungen übernommen.

Die Landwirtschaft umfasste früher etwa 200 Hektar. In dem bergigen Gelände war immer ein großer Teil Weideland. Trotzdem betrieb das Hofgut eine Mischwirtschaft mit Ackerbau, Schafherde, Schweinehaltung, Rinderzucht und Milchvieh. Seit den späten zwanziger Jahren war das Hofgut an die Vettern Brück verpachtet. Ab 1938 wurde die Bewirtschaftung von Verwaltern übernommen. Nach 1950 kam es zu Tauschaktionen. Das fürstliche Acker- und Weideland wurde stark reduziert. Stattdessen erhielt die fürstliche Verwaltung an verschiedenen Stellen Waldflächen hinzu. 1967 wurde die eigenständige Landwirtschaft in Hohensolms ganz aufgegeben. Seitdem ist das Ackerland verpachtet. Die Weidewirtschaft mit Jungvieh wird von Lich aus betrieben.